Elementarschadenversicherung

Naturgefahren-Erweiterung der Wohngebäudeversicherung

Elementarschadenversicherung für Immobilien

Starkregen, Hochwasser, Rückstau, Erdrutsch — die wachsenden Klimarisiken sind in der Standard-Wohngebäudeversicherung nicht enthalten. Was die Elementarschadenklausel leistet, wo sie aufhört und warum ZÜRS-Zone 3 und 4 entscheidet.

Nach den Starkregen-Ereignissen 2021 im Ahrtal und der Häufung extremer Niederschläge 2023–2025 ist Elementarschaden zur strategischen Frage geworden. Viele Versicherer zeichnen in Hochrisikolagen nur noch mit hohen Selbstbehalten oder lehnen ganz ab. Diese Seite erklärt, wie der Markt heute funktioniert — und wie eine Eigentümergemeinschaft oder ein Bestandshalter Versicherbarkeit sichert.

Gedeckte Gefahren
7 Elementar-Risiken nach AVB
Größtes Risiko 2026
Starkregen und Rückstau
Bewertungsmaßstab
ZÜRS-Zone 1 bis 4
Annahme in ZÜRS 4
eingeschränkt, hoher Selbstbehalt
Selbstbehalt üblich
5.000–10.000 € je Schaden
Beratung
ungebunden, 30 Min per Teams
Rechtsgrundlage und Marktlage

Warum Elementarschäden separat versichert werden müssen

Die Standard-Wohngebäudeversicherung schließt drei Risiken ein: Feuer, Leitungswasser und Sturm/Hagel. Schäden durch Wasser von außen — Hochwasser eines Flusses, Starkregen mit Überflutung des Grundstücks, Rückstau aus der Kanalisation, eindringendes Grundwasser nach Hangrutsch — fallen nicht unter die Standard-Wohngebäudeversicherung. Sie sind nur über einen separaten Baustein, die Elementarschadenklausel, einschließbar.

Eine direkte gesetzliche Pflicht zur Elementarschadenversicherung gibt es in Deutschland nicht. Diskussionen über eine Pflichtversicherung wurden 2022 und 2024 von der Justizministerkonferenz und im Bundesrat geführt, sind aber bislang nicht in einem Gesetz umgesetzt. In der WEG entsteht die Verpflichtung dennoch faktisch aus § 19 Abs. 2 Nr. 3 WEG: gehört der Einschluss der Elementarschadenklausel zur „angemessenen Versicherung“, muss er beschlossen werden — wer das ohne sachlichen Grund verweigert, riskiert eine Anfechtung.

Die Marktlage hat sich seit den Hochwasser- und Starkregen-Ereignissen drastisch geändert: viele Versicherer zeichnen Elementarschäden in Hochrisikolagen (ZÜRS-Zone 3 und 4) nur noch mit Selbstbehalten ab 5.000 €, oft 10.000 € und höher. Einzelne Anbieter haben die Annahme in diesen Zonen ganz eingestellt. Wer nach einer Schadenmeldung gekündigt wird, hat es schwer, einen Nachfolger zu finden — der Wechsel sollte deshalb proaktiv, nicht reaktiv erfolgen.

ZÜRS: Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen. Vom GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) betriebene Geo-Datenbank, die jede deutsche Adresse einer von vier Gefährdungszonen zuordnet. Versicherer nutzen ZÜRS zur Annahmesteuerung und Prämienkalkulation. Auch der individuelle Lagecheck auf kompass-naturgefahren.de oder bei den Hochwasserportalen der Bundesländer gibt Orientierung.
Deckung

Welche Risiken die Elementarschadenklausel abdeckt

Marktüblich sind sieben Elementar-Risiken, die einzeln oder als Paket eingeschlossen werden:

Überschwemmung des Grundstücks

Überflutung des Grundes durch oberirdische Gewässer (Flüsse, Bäche) oder durch Witterungsniederschläge, die das Grundstück nicht mehr aufnehmen kann. Sub-Risiko: Schmelzwasser bei Tauwetter mit gefrorenem Boden.

Rückstau

Wasser tritt aus den Abwasserrohren des Hauses aus, weil Kanalisation oder Sammelleitungen überlastet sind. Häufigster Schadenfall bei Starkregen in urbanen Lagen. Voraussetzung in den meisten AVB: funktionstüchtige Rückstauklappe in den Abwasserrohren der untersten Geschosse — fehlt sie, kann der Versicherer kürzen oder ablehnen.

Starkregen

Niederschlag, der die Aufnahmekapazität des Grundstücks und der Kanalisation übersteigt. Begrifflich überschneidet sich Starkregen mit Überschwemmung und Rückstau — moderne AVB definieren Starkregen explizit, ältere AVB lassen es offen und es greifen die Nachbar-Klauseln.

Schneedruck

Statische Belastung des Dachs durch Schneelast, die die Tragfähigkeit übersteigt — Dachschäden, im Extremfall Dachstuhl-Versagen. Vor allem bei Flachdach-Konstruktionen und Hallen-artigen Objekten relevant.

Lawinen

Im Flachland praktisch ausgeschlossen, im Voralpenland und Mittelgebirge in Einzellagen relevant. Wird auf Antrag separat geprüft.

Erdrutsch und Erdsenkung

Bewegung des Untergrundes — z. B. nach Starkregen an Hanglagen oder bei Bergbauschäden. Schäden durch menschlich verursachte Erdsenkungen (Tunnelbau, Tiefbau-Arbeiten Dritter) sind oft ausgeschlossen.

Erdbeben

In Deutschland statistisch eher gering, in der Niederrhein-Bucht, am Oberrhein und im Vogtland regional relevant. In den meisten AVB als optionaler Baustein verfügbar.

Vulkanausbruch

Für deutsche Objekte praktisch ohne Bedeutung, aber Bestandteil der Standard-Auflistung nach VVG.

ZÜRS-System

Die vier Gefährdungszonen — und was sie für die Annahme bedeuten

Zone Definition (Hochwasser) Marktlage 2026
ZÜRS 1 Hochwasser statistisch seltener als alle 200 Jahre Annahme problemlos, Standard-Prämien, Standard-Selbstbehalt 500–1.000 €
ZÜRS 2 Hochwasser zwischen alle 100 und 200 Jahre Annahme weitgehend problemlos, leicht erhöhte Prämien
ZÜRS 3 Hochwasser zwischen alle 10 und 100 Jahre Annahme erschwert, höhere Prämien, Selbstbehalt 2.500–5.000 € üblich
ZÜRS 4 Hochwasser statistisch häufiger als alle 10 Jahre Annahme stark eingeschränkt, einzelne Versicherer lehnen ab, Selbstbehalt 5.000–10.000 € und mehr

Wichtig: ZÜRS bewertet ursprünglich nur Flusshochwasser. Zusätzliche Modelle (zum Beispiel Starkregen-Risiko-Karten) ergänzen das Bild — bei Starkregen kann auch eine ZÜRS-1-Adresse betroffen sein, wenn die Topographie ungünstig ist (Senke, undurchlässiger Untergrund, kleine Vorfluter). Die kommunalen Starkregen-Gefahrenkarten sind hier oft aufschlussreicher als ZÜRS.

Was ist zu tun, wenn das Objekt in ZÜRS 3 oder 4 liegt?

  • Früh anfragen. Annahmequalität schwankt zwischen den Versicherern stark. Wir wissen aus der Praxis, welche Anbieter in welchen Zonen noch zeichnen.
  • Selbstbehalt erhöhen. Statt Ablehnung lieber 10.000 € Selbstbehalt akzeptieren — schützt vor existenzbedrohenden Großschäden, bei Kleinschäden bleibt die WEG flexibel.
  • Sublimits prüfen. Einige Versicherer bauen in ZÜRS-3/4-Tarifen Sublimits ein (z. B. 100.000 € je Ereignis statt voller Versicherungssumme). Bei Mehrfamilienhäusern oft unzureichend.
  • Schadenfall-Historie vermeiden. Nach einem ersten Elementarschaden in ZÜRS 4 wird der Markt enger — Wechsel proaktiv vor dem Schaden, nicht danach.
  • Bauliche Maßnahmen dokumentieren. Rückstauklappen, Hochwasser-Schotts an Kellerfenstern, abgedichtete Kellerlichtschächte verbessern die Annahme spürbar.
Vertragsmechanik

Versicherungssumme, Sublimits und Selbstbehalt bei Elementar

Die Versicherungssumme der Elementarschadenklausel entspricht in der Regel der Versicherungssumme der Wohngebäudeversicherung (gleitender Neuwert nach Wert 1914). In Hochrisikolagen weichen Versicherer davon ab und arbeiten mit eigenen Sublimits.

Typische Sublimit-Strukturen

  • ZÜRS 1 und 2: Volle Versicherungssumme, Selbstbehalt 500–1.000 €.
  • ZÜRS 3: Volle Versicherungssumme, Selbstbehalt 2.500–5.000 €, ggf. Sublimit für Rückstau 250.000–500.000 €.
  • ZÜRS 4: Sublimit oft 100.000–250.000 € je Schadenfall, Selbstbehalt 5.000–10.000 €, in Einzelfällen Annahmequote 50 % der Versicherungssumme.

Wartezeit

Standard ist eine Wartezeit von 14 Tagen nach Vertragsbeginn — Schäden in dieser Zeit sind nicht gedeckt. Hintergrund: damit das Risiko nicht erst zu Beginn eines absehbaren Hochwasserereignisses versichert wird. Bei Anschluss-Verträgen ohne Deckungslücke entfällt die Wartezeit.

Selbstbehalt

Bei Elementar ist der Selbstbehalt der wichtigste Hebel zur Versicherbarkeit. Wer in ZÜRS 3 oder 4 einen Selbstbehalt von 10.000 € akzeptiert, sichert sich Annahme bei vielen Versicherern, die mit 1.000 € Selbstbehalt ablehnen würden. Bei Großschäden (Sanierungskosten 100.000+ €) ist der Selbstbehalt wirtschaftlich erträglich, im Vergleich zur ungedeckten Alternative.

Spezialthema 1

Rückstauklappe als Obliegenheit — der häufigste Kürzungsgrund

Eine Rückstauklappe verhindert, dass Wasser aus dem öffentlichen Kanal in das Haus zurückläuft, wenn die Kanalisation überlastet ist. Sie sitzt in der Abwasserleitung des Hauses, meist in einem Schacht im Keller, und schließt automatisch, sobald Wasser entgegen der normalen Fließrichtung anströmt.

Nach den meisten Elementar-AVB ist die funktionsfähige Rückstauklappe eine vertragliche Obliegenheit für jede Wasser-Ableitung unterhalb der sogenannten Rückstauebene (üblicherweise Straßenniveau). Fehlt die Klappe oder ist sie nachweislich defekt, kann der Versicherer im Schadenfall die Leistung nach § 28 VVG kürzen oder ganz ablehnen.

Praktische Folgen:

  • Bei Bestandsobjekten Rückstauklappen-Prüfung in die regelmäßige Wartung aufnehmen — DIN-Empfehlung: jährlich.
  • Bei Sanierungen Kellerlichtschächte, Bodenabläufe, Hofentwässerung mit Rückstausicherung ausstatten.
  • Nachweise (Wartungsprotokolle) aufbewahren — bei Schadenmeldung fordert der Versicherer sie an.
  • In WEG-Beschluss bauliche Pflege-Verantwortung klar regeln (Verwalter, externe Firma, jährlicher Prüf-Turnus).
Spezialthema 2

Mietverlust und Hotelkosten nach Elementarschaden

Elementarschäden produzieren in der Regel längere Unbewohnbarkeit als Brände oder Wasserschäden aus Rohrbrüchen — Trocknung, Schadstoff-Sanierung (Schimmel-Risiko nach Überschwemmung) und Sanierung dauern oft 6–12 Monate. Drei Erweiterungen sind hier zentral:

Mietverlust-Erweiterung

Wie bei der Wohngebäudeversicherung, aber bei Elementar oft längere Haftzeit empfehlenswert. Standard 18 Monate kann bei Großschäden zu kurz sein — bei Renditeobjekten 24 oder 36 Monate vereinbaren.

Hotelkosten / Mehraufwand

Wenn Eigentümer-Wohnungen unbewohnbar werden, deckt diese Erweiterung Hotelkosten, Lagerung von Möbeln und Mehrkosten der Lebensführung. Üblich 12–18 Monate, Sublimit pro Person/Tag oft 100–200 €.

Bewegungs- und Schutzkosten

Kosten für das Umsetzen von Möbeln, Lagerung, Sicherung des Gebäudes gegen Diebstahl während der Sanierungsphase. Standard 5–10 % der Versicherungssumme, bei Mehrfamilienhäusern aufstocken.

Ausschlüsse

Was die Elementarschadenklausel NICHT abdeckt

  • Sturmflut. Schäden durch Sturmflut werden in deutschen AVB regelmäßig ausgeschlossen — relevant für Küstenlagen.
  • Grundwasser ohne Niederschlagsereignis. Steigt das Grundwasser ohne erkennbares Niederschlagsereignis und dringt in den Keller, ist das in vielen AVB Ausschluss. Mit ausführlicher Klausel-Prüfung lässt sich das verhandeln.
  • Menschlich verursachte Erdsenkungen (Tunnelbau, Bergbau Dritter) — Ausschluss in vielen AVB.
  • Schäden durch normalen Verkehr oder Erschütterungen (z. B. Risse durch LKW-Verkehr) — kein Elementarschaden.
  • Schäden unterhalb der Erdoberfläche (Tankschäden, Brunnen) sind teilweise nur über die Gewässerschaden-Haftpflicht abdeckbar.
  • Während Wartezeit von 14 Tagen nach Vertragsbeginn (entfällt bei lückenlosem Anschluss).
  • Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit nach § 81 VVG.
  • Fehlende Rückstausicherung bei Rückstau-Schäden — Obliegenheitsverletzung.
Drei stilisierte Fallbeispiele

Wie Elementarschäden in der Praxis reguliert werden

Die folgenden Beispiele sind stilisiert und sollen die Funktionsweise verdeutlichen. Beträge sind hypothetisch.

Hergang
Ein Mehrfamilienhaus mit 16 Einheiten in einer ZÜRS-3-Lage erlebt im Juli einen Starkregen von 110 Liter/m² in drei Stunden. Die Kanalisation der Stadt ist überlastet, Wasser drückt durch die Bodenabläufe der Tiefgarage und durch die Kellerlichtschächte ein. Tiefgarage 80 cm Wasserstand, Heizkeller 40 cm. Heiztechnik, Aufzugsschacht-Unterteil, fünf private Kellerabteile sind betroffen.
Betroffene Klausel
Klassischer Rückstau-/Überschwemmungsschaden — gedeckt durch die Elementarschadenklausel. Voraussetzung: funktionsfähige Rückstauklappe. Wartungsprotokolle vom letzten Jahr werden vom Versicherer angefordert und liegen vor — Klappe war intakt, Wassermenge hat sie überfordert.
Ergebnis
Heiztechnik 38.000 €, Aufzug 22.000 €, Trocknung Tiefgarage 18.000 €, Sanierung Heizkeller 14.000 €, fünf Kellerabteile (private) 12.500 €. Mietverlust nicht relevant, da Wohnungen weiter bewohnbar. Gesamtschaden 104.500 €. Versicherer reguliert 99.500 € (Selbstbehalt 5.000 € vereinbart).
Hergang
Ein Einfamilienhaus in Hanglage erlebt nach mehrtägigem Dauerregen einen Erdrutsch — Teil des Hangs oberhalb des Hauses bricht ab, drückt gegen die Außenwand des Wohnzimmers, drei Wandfelder geben nach, das Innenmauerwerk bekommt Risse.
Betroffene Klausel
Erdrutsch durch Niederschlagsereignis — gedeckt durch die Elementarschadenklausel, sofern eingeschlossen. Schaden durch menschlich verursachte Erdsenkung wäre ausgeschlossen, hier liegt natürliches Niederschlagsereignis vor (Wetterdaten dokumentiert).
Ergebnis
Statische Sicherung 8.500 €, Abtrag des abgerutschten Hangmaterials 14.000 €, Wandstabilisierung 32.000 €, Innenputz-Erneuerung 12.000 €. Gesamtschaden 66.500 €, Selbstbehalt 2.500 €. Auszahlung 64.000 €. Hangsicherung (Stützmauer) muss als bauliche Maßnahme zusätzlich erfolgen und ist nicht Bestandteil der Versicherungsleistung.
Hergang
Eine WEG in ZÜRS-Zone 4 (Hochwasser-Risiko an Flusslauf) meldet zum dritten Mal in fünf Jahren einen Hochwasserschaden. Schaden 280.000 €. Der Versicherer hatte nach dem zweiten Schaden 2024 den Selbstbehalt auf 25.000 € erhöht und gleichzeitig ein Sublimit von 150.000 € je Ereignis eingeführt.
Betroffene Klausel
Hochwasser durch Flusslauf — Standard-Elementar. Aber: Sublimit von 150.000 € je Ereignis greift, weil im Vorvertrag vereinbart. Differenz zwischen Schaden und Sublimit (130.000 €) trägt die WEG. Selbstbehalt 25.000 € zusätzlich.
Ergebnis
Versicherer reguliert 125.000 € (Sublimit 150.000 € minus Selbstbehalt 25.000 €). Die WEG muss 155.000 € selbst tragen. Sonderumlage von rund 4.000 € je Einheit. Konsequenz: nach diesem Ereignis Anschluss-Vertrag nicht mehr verfügbar — der Markt schließt nach drei Schäden in fünf Jahren. WEG muss bauliche Maßnahmen zur Hochwassersicherung ergreifen, um langfristig versicherbar zu bleiben.
Bedingungs-Checkliste

Worauf vor dem Einschluss der Elementarschadenklausel zu achten ist

  • Alle sieben Elementar-Risiken eingeschlossen: Überschwemmung, Rückstau, Starkregen, Schneedruck, Lawinen, Erdrutsch/-senkung, Erdbeben.
  • Volle Versicherungssumme wie in der Wohngebäudeversicherung — kein Sublimit, außer in ZÜRS 4 unvermeidbar.
  • Selbstbehalt bewusst gewählt: 500–1.000 € in ZÜRS 1/2, 2.500–10.000 € in ZÜRS 3/4.
  • Mietverlust mindestens 18 Monate, bei Renditeobjekten 24–36 Monate.
  • Hotelkosten / Mehraufwand für unbewohnbare Eigentümer-Wohnungen mit Sublimit 100–200 € pro Person/Tag.
  • Wartezeit nur 14 Tage, entfällt bei lückenlosem Anschluss.
  • Rückstauklappen-Klausel: dokumentierte Wartungspflicht erfüllt — Protokolle aufbewahren.
  • Bauliche Hochwasser-Schutzmaßnahmen bei ZÜRS 3/4 dokumentieren (Schotts an Kellerfenstern, abgedichtete Lichtschächte, Hochwasser-Sperren).
  • Versicherer-Wechsel nicht nach Schaden, sondern proaktiv vor Verlängerung — sonst wird Annahme schwer.
  • Differenzdeckung beim Wechsel: bessere Bedingungen des neuen Vertrags wirken auf Altfälle, die nach altem Vertrag beurteilt werden.
  • Wert-1914-Ermittlung aktuell: bei jeder Änderung am Gebäude (Anbau, Sanierung) anpassen lassen.
  • Aufräumungs- und Abbruchkosten mindestens 5–10 % der Versicherungssumme — Elementar-Schäden produzieren oft viel kontaminiertes Material.
Beratungsmodell

So arbeiten wir

Ungebundener Versicherungsmakler nach § 34d GewO. Strukturierte Beratung in drei Schritten, ausschließlich per Microsoft Teams, kostenfrei und unverbindlich.

  1. Lage- und Risikoanalyse

    Wir ermitteln ZÜRS-Zone, kommunale Starkregen-Karte, vorhandene Schadenhistorie, bauliche Schutzmaßnahmen und vorhandene Police. Hinweis: Ein Online-Objekt-Schutz-Check ist in Vorbereitung — bis dahin nutzen wir das 30-Minuten-Beratungsgespräch als ersten Schritt.

  2. Angebotsvergleich und schriftliche Empfehlung

    Bei ZÜRS 3/4 wissen wir, welche Versicherer noch zeichnen. Vergleichsmatrix nach den 12 Bedingungspunkten, schriftliche Empfehlung zur Vorlage in der Eigentümerversammlung.

  3. Umsetzung und laufende Betreuung

    Antragstellung, Kündigung der Altpolice, Differenzdeckungs-Anschluss, Dokumentation der baulichen Maßnahmen. Im Schadenfall sind wir Ihr Ansprechpartner gegenüber dem Versicherer.

Wer berät

Über Pohl Versicherungsmakler

Porträt Jan Pohl, Inhaber Pohl Versicherungsmakler e.K., AachenJan Pohl, Inhaber

Pohl Versicherungsmakler e.K. mit Sitz in Aachen ist auf Versicherungen für die Immobilienwirtschaft spezialisiert. Inhaber Jan Pohl arbeitet als ungebundener Versicherungsmakler nach § 34d GewO und vermittelt für Eigentümergemeinschaften, Hausverwaltungen, WEG-Verwalter und Immobilienmakler.

Frühe unternehmerische Entscheidung: Studium der Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln und Betriebswirtschaftslehre — bewusst zugunsten des Aufbaus eigener Firmen unterbrochen. Seit 1999 in der Versicherungsbranche, eigene Maklerei in Aachen seit 2012. Fachwirt für Finanzberatung (IHK) und Fachberater für Finanzdienstleistungen (IHK). Über 25 Jahre Branchenerfahrung aus drei Perspektiven: als selbstständiger Versicherungsmakler, in der Vertriebsführung eines deutschen Versicherungskonzerns und in der Geschäftsleitung eines mittelständischen Versicherungs-IT-Unternehmens.

„Ich berate so, wie ich selbst beraten werden möchte: klar, strukturiert und ohne Verkaufsshow.“

Geboren 1978, verheiratet, zwei Kinder. Lebt mit seiner Familie in Aachen-Richterich. Beratung erfolgt strukturiert per Microsoft Teams — kein Außendienst, klare Termine, dokumentierte Empfehlungen.

Pohl Versicherungsmakler e.K. · Hasenwaldstraße 2, 52072 Aachen · Versicherungsvermittler-Register D-6LQ8-VHMG3-85 · HRA 10268 Amtsgericht Aachen · zuständige Aufsicht IHK Aachen, Theaterstraße 6–10, 52062 Aachen
Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Elementarschadenversicherung

Was kostet die Elementarschadenklausel?
In ZÜRS 1 und 2 kostet die Erweiterung typischerweise 15–25 % der Wohngebäude-Prämie. In ZÜRS 3 sind 30–50 % marktüblich, in ZÜRS 4 oft 60–100 % oder mehr — wenn überhaupt Annahme erfolgt. Selbstbehalt-Anhebung und Sublimit-Akzeptanz können die Prämie deutlich reduzieren.
Wo finde ich die ZÜRS-Zone für mein Objekt?
Die genaue ZÜRS-Zone ermittelt der Versicherer bei Angebotsanfrage. Eine erste Orientierung gibt die kostenlose Karte unter kompass-naturgefahren.de des GDV (Selbstauskunft auf Adress-Ebene) sowie die Starkregen-Gefahrenkarten der jeweiligen Bundesländer.
Was passiert, wenn der Versicherer nach Schaden kündigt?
Nach einem regulierten Schaden hat der Versicherer ein außerordentliches Kündigungsrecht nach § 92 VVG, üblicherweise innerhalb eines Monats nach Schluss der Verhandlungen. In Hochrisikolagen ist das ein realistisches Szenario. Nachfolger zu finden, ist nach Schadenkündigung schwierig — proaktiver Wechsel vor Schaden ist die bessere Strategie.
Ist eine Rückstauklappe Pflicht?
Sie ist keine direkte Versicherungspflicht, aber eine Obliegenheit nach den AVB. Fehlt sie bei einem Rückstau-Schaden, kann der Versicherer die Leistung nach § 28 VVG kürzen oder ablehnen. Bautechnisch ist sie nach DIN EN 13564 in entwässerungstechnischer Hinsicht ohnehin vorgeschrieben.
Wird Elementarschaden eines Tages Pflicht?
In Deutschland diskutiert. Die Justizministerkonferenz hat sich 2022 für eine Pflichtversicherung ausgesprochen, der Bundesrat 2024 die Bundesregierung zur Vorlage eines Gesetzentwurfs aufgefordert. Stand 2026 ist noch kein Gesetz verabschiedet — die Diskussion läuft. Praktisch sollte jede WEG und jeder Bestandshalter so handeln, als ob es bereits Pflicht wäre.
Was unterscheidet Starkregen von Rückstau?
Starkregen ist ein Niederschlagsereignis mit extremer Intensität. Rückstau ist die Folge: Wasser kann nicht abfließen, Kanalisation läuft voll, Wasser drückt zurück. In den AVB sind beide Begriffe separat oder als Teil-Klauseln definiert. In modernen Tarifen ist die Auflistung breit genug, um beide klar zu decken.
Sind Schäden im Keller-Außenbereich gedeckt?
Wasser, das durch Kellerlichtschächte, Kellertüren oder direkt durch die Hauswand eindringt, ist als Folge von Überschwemmung oder Starkregen Bestandteil der Elementarschadenklausel. Wichtig: die Klausel deckt auch die Schadenursache vor Eindringen ins Gebäude, nicht erst ab Innenraum.
Was ist Differenzdeckung beim Versicherer-Wechsel?
Beim Wechsel gibt es einen Stichtag, zu dem der alte Vertrag endet und der neue beginnt. Schäden, die zum Altvertrag gehören (Schadenursache im alten Vertragszeitraum), werden nach alten Bedingungen reguliert. Differenzdeckung sorgt dafür, dass bessere neue Bedingungen rückwirkend auf solche Altfälle wirken. Wir bauen das in jeden Wechsel-Antrag ein.

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Lagecheck, Vergleich verfügbarer Versicherer, schriftliche Empfehlung. Ungebundener Versicherungsmakler nach § 34d GewO.

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